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Ausgang Stollen

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    Foto: Julia Mangeng, Silvretta Historica; Montafon Tourismus GmbH
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Ausgang Stollen

In den Alpen werden ab der Mitte des 19. Jahrhunderts so manchen Talwegen entlang Eisenbahnschienen verlegt, und alte Bergpfade werden zu Alpenstrassen ausgebaut. Doch hier, auf dem Höhenweg zwischen Trominier und Vermunt, hat sich die Geschichte umgekehrt entwickelt. Hier verliefen ab 1926 die Eisenbahnschienen nicht im Talgrund, sondern auf einer Höhe von gut 1700 Meter durch den Berg. Und aus der bestehenden Eisenbahnstrecke wurde 1974 ein Fussweg.

Auf einer Spurweite von 760 Millimetern fuhren von Trominier her einst Bergleute und Betonsäcke in den Berg ein, auf einer Bahnstrecke von 2630 Meter Länge gelangten Mensch und Material ab 1926 zur riesigen Baustelle des Vermuntstausees. Über 50 Meter hoch sollte die Staumauer werden, über 144 000 Kubikmeter Beton mussten für den Bau herangeschafft werden.

Auf der Strecke mit dem gut einen Kilometer langen Hauptstollen und den vier kleineren Stollen konnten die Arbeiter zuweilen einen Blick auf die grandiose, aber auch gefahrvolle Gebirgslandschaft des Montafons erhaschen. Und deutlich zeigt sich heute auch noch beim Ausgang, warum diese Stollenbahn überhaupt nötig geworden war: Auf der gegenüberliegenden Talseite, unter den exponierten Steilhängen der Zaferna (2277 Meter über Meer) sieht man die Silvretta-Hochalpenstrasse, die unterhalb des Stollenausgangs in langen Kehren Richtung Vermunt ansteigt. Lawinensicher war diese einstige Baustrasse von Partenen zur Stausee-Baustelle nicht. Und noch heute wird die Silvretta-Hochalpenstrasse im Winter geschlossen. Vom Stollenausgang aus, sieht man übrigens Richtung Südosten drei markante Silvrettaberge, links die Hintere Lobspitze, in der Mitte der Grosse Litzner, rechts das grosse Seehorn.

1974 hatte die Bahnstrecke von Trominier nach Vermunt ausgedient, die Geleise wurden entfernt und der neue Verschnausastollen in den Berg getrieben. 30 Jahre später wurde auf dem ausgebauten und sanierten Höhenweg eine Erlebnis-Strecke eingerichtet mit Informationsstationen zur Wasserkraft und zu den Illwerken, dem grossen Vorarlberger Stromproduzenten. Der Höhenweg ist damit nicht nur eine Verbindung von Trominier nach Vermunt, sondern auch ein lang gezogener Ausstellungsraum, der für Kinder und Erwachsene, Wanderer und Biker, Familien, Schulklassen, Vereine und Firmen gleichermassen gedacht ist.

 

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Autor
Markus Fessler-Jenny
Aktualisierung: 13.12.2013

Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

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