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5. Station: Bergknappenweg, alte Bergleute

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  • Bergknappenweg Tafeln am Tschuga
    / Bergknappenweg Tafeln am Tschuga
    Foto: Prof. Dr. Rüdiger Krause und Mitarbeiter, Institut für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Prof. Dr. Rüdiger Krause, Montafon-Projekt der Goethe-Universität Frankfurt am Main
  • Bartholomäberger Aquarell 1745 Ausschnitt Vlbg. Landesarchiv
    / Bartholomäberger Aquarell 1745 Ausschnitt Vlbg. Landesarchiv
    Foto: Prof. Dr. Rüdiger Krause und Mitarbeiter, Institut für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Prof. Dr. Rüdiger Krause, Montafon-Projekt der Goethe-Universität Frankfurt am Main
  • Bergmann aus Agricola
    / Bergmann aus Agricola
    Foto: Prof. Dr. Rüdiger Krause und Mitarbeiter, Institut für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Prof. Dr. Rüdiger Krause, Montafon-Projekt der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Karte / 5. Station: Bergknappenweg, alte Bergleute

Der Bergknappenweg – auf den Spuren der alten Bergleute

Am Bartholomäberg gibt es vom Talboden bei Schruns bis hinauf in die Bergbauzone einen alten Weg, der im Volksmund Bergknappenweg heißt. Es herrscht die Ansicht, dass es sich um eine alte Wegeführung handelt, die von den Bergleuten auf dem Weg in die Bergbauzone benutzt wurde. Für das späte Mittelalter ist aus den historischen Quellen bekannt, dass die Bergleute unten in der Siedlungszone wohnten und täglich in die Bergbauzone aufstiegen. Dieser sog. „Bergknappenweg“ führt von der Litzkapelle (700 m) in Schruns über die Montjola zur Kirche von Bartholomäberg (1.089 m) und vom Ortskern von Bartholomäberg in Serpentinen hinauf in die Bergbauzone der Knappagruaba in rund 1.350 m Höhe.

 

Hinweise aus der historischen Überlieferung für eine Authentizität der Wegeführung liegen kaum vor; eine Ausnahme bildet ein barockzeitliches Aquarell aus dem Jahr 1740. Darauf ist die Kirche mit Pfarrhaus von Bartholomäberg zu sehen, von wo aus in Serpentinen ein Weg bergauf führt, auf dem zwei Bergleute mit geschulterten Hauen zur Silbergrube im Widumwald (Obwald) gehen. Vor dem Stolleneingang entleert ein Bergmann eine Schubkarre.

 

Nun können aus den Ausgrabungen am Bartholomäberg neue Erkenntnisse abgleitet werden, die dem Bergknappenweg eine historische Dimension verleihen. Unterhalb der Bergbauzone Knappagruaba und Worms wurden 2010–2014 Ausgrabungen in einer großen Bergschmiede des späten Mittelalters durchgeführt, die an der Wegtrasse liegt. Es handelt sich offenbar um einen zentral gelegenen, größeren Schmiedekomplex, der wahrscheinlich für mehrere Bergwerke in der Knappagruaba arbeitete und direkt am Bergknappenweg lag. Es ist zu vermuten, dass es sich bei dieser spätmittelalterlichen Schmiede am Roferweg um einen sehr viel größeren Komplex und möglicherweise um eine zentrale Schmiede am Fuße der Knappagruaba handelte. Der heute als „Bergknappenweg“ bezeichnete Wanderweg dürfte damit eine neue Bedeutung erhalten. Denn tatsächlich scheint es sich um den von Bergleuten im Mittelalter benutzten Weg zu handeln, der vom Ortszentrum von Bartholomäberg etwa 300 Höhenmeter bergauf in die Bergbauzone führte.

 

Entlang des Bergknappenwegs sind zwischen der bronzezeitlichen Burg im Friaga Wald und dem Höhenweg in der Allmein oberhalb der Knappagruaba zahlreiche Informationstafeln zur frühen Besiedlungsgeschichte und zum Bergbau aufgestellt, die den Wanderer über interessante und wichtige Stationen zur Geschichte am Bartholomäberg informieren. Im Museum Frühmesshaus Bartholomäberg können die Eindrücke und die Erkenntnisse in der musealen Präsentation sowie in einer Sonderausstellung zur Besiedlungs- und Bergbaugeschichte des Montafons vertieft werden.

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Montafon-Projekt der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Texte: Prof. Dr. Rüdiger Krause und Mitarbeiter, Institut für Archäologie Wissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Aktualisierung: 07.06.2017

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