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Im Museum Frühmesshaus Bartholomäberg

Infopunkt · Montafon · 1.090 m
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  • Eingang Museum Frühmesshaus
    / Eingang Museum Frühmesshaus
    Foto: Prof. Dr. Rüdiger Krause und Mitarbeiter, Institut für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Prof. Dr. Rüdiger Krause, Montafon-Projekt der Goethe-Universität Frankfurt am Main
  • / Museum Frühmesshaus, Einrichtung Archäologie
    Foto: Prof. Dr. Rüdiger Krause und Mitarbeiter, Institut für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Prof. Dr. Rüdiger Krause, Montafon-Projekt der Goethe-Universität Frankfurt am Main
  • / Museum Frühmeshaus Bartholomäberg
    Foto: Prof. Dr. Rüdiger Krause und Mitarbeiter, Institut für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Fotograf Patrick Säly - im Auftrag von Prof. Dr. Rüdiger Krause, Montafon-Projekt der Goethe-Universität Frankfurt am Main
  • / Schmiede im Museum Frühmeshaus Bartholomäberg
    Foto: Prof. Dr. Rüdiger Krause und Mitarbeiter, Institut für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Fotograf Patrick Säly - im Auftrag von Prof. Dr. Rüdiger Krause, Montafon-Projekt der Goethe-Universität Frankfurt am Main
  • / Siedlungsgeschichte im Museum Frühmesshaus Bartholomäberg
    Foto: Prof. Dr. Rüdiger Krause und Mitarbeiter, Institut für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Fotograf Patrick Säly - im Auftrag von Prof. Dr. Rüdiger Krause, Montafon-Projekt der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Das Museum Frühmesshaus Bartholomäberg

Vor der prächtigen Alpenkulisse des Rätikon wurde 2013 das Museum Frühmesshaus Bartholomäberg eröffnet. Darin werden die für das Montafon einzigartige frühe Besiedlungsgeschichte seit der Bronzezeit und die Anfänge des Bergbaus präsentiert. Das Konzept und der Inhalt der archäologischen Präsentation wurde durch das Institut für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main zusammen mit der Gemeinde Bartholomäberg erstellt. Das 1657 errichtete Museum Frühmesshaus Bartholomäberg war Wohnort für junge Priester und bietet heute einen würdigen Rahmen für die Präsentation der ältesten Geschichte dieser inneralpinen Siedlungskammer. Das unter Denkmalschutz stehende Montafoner Haus besitzt eine noch im Original erhaltene Kassettendecke aus der Barockzeit, die erst 2013 aufwendig restauriert und von moderner Übermalung befreit wurde.

 

Aktuelle Forschungen als Basis

Die langjährigen (montan-)archäologischen Untersuchungen der Goethe-Universität Frankfurt am Main bildeten die Grundlage für das neue Museum Frühmesshaus Bartholomäberg. Wie die Forschungen zeigen, setzte die prähistorische Besiedlung am Bartholomäberg vor über 3500 Jahren in der Bronzezeit ein und stand im Zusammenhang mit dem ältesten Bergbau in der Region und weit darüber hinaus. Bemerkenswert sind die durch das menschliche Siedeln und Wirtschaften hervorgerufenen Umweltveränderungen, die seit der Bronzezeit immer wieder zu Umweltkatastrophen geführt und vollständige Siedlungsareale überdeckt haben. So lassen sich in Höhen zwischen 800 und über 2000 m Werden und Vergehen unterschiedlichster menschlicher Aktivitäten wie Ackerbau und Weidewirtschaft sowie insbesondere Bergbau in idealer Weise nachvollziehen. Die ältesten Spuren des Bergbaus reichen nach aktuellen Untersuchungen mindestens bis in keltische Zeit zurück und stellen die ältesten Belege für den Bergbau im Montafon und darüber hinaus dar. Ausgangspunkt ist eine der ältesten bronzezeitlichen Burgen in den Alpen im Friaga Wald, wo eine bis zu 80 m lange und bis zu 3 m breite Steinmauer eine kleine Siedlungsfläche mit ursprünglich bis zu acht Blockbauten schützte.

Besonders eindrucksvolle Spuren des spätmittelalterlichen Bergbaus sind auf dem Kristbergsattel in Silbertal sowie am Bartholomäberg zu finden. Wer von der Ortsmitte von Bartholomäberg den alten Bergknappenweg zur Bergbauzone einschlägt (Gehzeit 30 Minuten), stößt im unter Denkmalschutz gestellten Bergbaurevier in den Gewannen Knappagruaba und Worms auf zahlreiche Abraumhalden und Stollenmundlöcher. Informationstafeln erläutern die Geschichte des Bergbaus und die montanarchäologischen Quellen an Ort und Stelle. Ein Pendant dazu ist der Silberpfad auf dem Kristberg, der sich  für Familien und Kinder eignet und in verschiedenen Stationen die Erforschung der Bergbaugeschichte und ihre Methoden erläutert.

 

Ein Bergschmied wird »lebendig«

Zu den Highlights im Museum Frühmesshaus Bartholomäberg zählt die Rekonstruktion einer spätmittelalterlichen Bergschmiede vom Bartholomäberg. Sie wurde bis 2014 von der Goethe-Universität ausgegraben und ist die erste bekannte Bergschmiede im Montanrevier des Montafon. Schmiede waren unverzichtbare Handwerker im Bergbau, denn sie mussten täglich die verschlissenen Bergeisen der Bergleute ausbessern und erneuern. Aus historischen Quellen ist bekannt, dass ein Bergmann (Hauer) 15 bis 20 Bergeisen am Tag verschliss. Ein Lebensbild von Frank Trommer zeigt einen Schmied und seinen Gehilfen an der Esse mit Werkzeugen und Blasebälgen am Schmiedefeuer.

 

Wissenschaft und Geschichte »hautnah«

Im Museum Frühmesshaus Bartholomäberg wird Geschichte lebendig. In Bartholomäberg sind zahlreiche originale Exponate wie Beile und Lanzenspitzen der Bronze- und Eisenzeit zu sehen, die eine Begehung des Gebirges und der Pässe in prähistorischer Zeit dokumentieren. Dazu werden die Funde aus den langjährigen Grabungen und interdisziplinären Forschungen der Goethe-Universität Frankfurt wie auch von Projekten der Universität Zürich auf der Silvretta und der Universität Innsbruck im Gauertal präsentiert.

 

Profilbild von Montafon-Projekt der Goethe-Universität Frankfurt am Main / Texte: Prof. Dr. Rüdiger Krause und Mitarbeiter, Institut für Archäologie Wissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Autor
Montafon-Projekt der Goethe-Universität Frankfurt am Main / Texte: Prof. Dr. Rüdiger Krause und Mitarbeiter, Institut für Archäologie Wissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Aktualisierung: 23.08.2019

Koordinaten

DD
47.093101, 9.906972
GMS
47°05'35.2"N 9°54'25.1"E
UTM
32T 568833 5215909
w3w 
///baustoffen.eitel.angenommenen
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

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