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Wallfahrtskirche Unsere liebe Frau Mariä Geburt

Kirche · Montafon
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Karte / Wallfahrtskirche Unsere liebe Frau Mariä Geburt

Die Kirche in Tschagguns ist Mariä Geburt geweiht und gilt als die bedeutendste Montafoner Wallfahrtsstätte.

Die Kirche in Tschagguns ist Mariä Geburt geweiht und gilt als die bedeutendste Montafoner Wallfahrtsstätte. Die älteste bekannte Erwähnung geht in das Jahr 1339 zurück, für die Jahre 1452/54 sind bauliche Maßnahmen überliefert. 1598 und 1751 sind Erweiterungsbauten vorgenommen worden, ehe die Kirche zwischen 1812 und 1814 ihr heutiges Bild erhielt. Bei archäologischen Grabungen konnte die älteste feststellbare Bauphase in das 13. Jahrhundert, also in die spätromanische Epoche, datiert werden. Ihr gehören Mauerreste auf beiden Seiten des Chordurchganges sowie in kleineren Teilen an der Nordwand des Schiffes (von der Nordostecke an beginnend) und vermutlich auch an der Südwand an. Das romanische Mauerwerk besteht aus in Scharen verlegten, grob zugehauenen Bruchsteinen. Die Breite des spätromanischen Kirchenschiffes betrug 9,4 Meter; die Länge dürfte um etwa 50 Prozent mehr ausgemacht haben. In der Mittelachse konnte am östlichen Ende der Unterbau eines 1,6 x 1,5 Meter großen, in die Ostmauer einbindenden Altares freigelegt werden. Der Typus des einfachen rechteckigen Saales ist charakteristisch für die Sakralarchitektur des Mittelalters. Der Marienwallfahrtsort Tschagguns muss in spätmittelalterlicher Zeit eine nicht unwesentliche Rolle gespielt haben, auch wenn keine Kenntnisse über den Beginn der Wallfahrt im Montafon vorliegen. Gotische Relikte aus der Kirche sind als Indizien für eine spätmittelalterliche Bedeutung anzusehen, wie aber die im späten 20. Jahrhundert zugekauften plastischen Figuren einer Madonna im „Weichen Stil“ und eines Palmesels mit der Christusfigur deutlich zeigen, sind sie auch mit ‚Vorsicht’ zu genießen. Der gotische Erweiterungsbau in Tschagguns ist durch die archäologischen Befunde genauer fassbar. Zunächst musste die gerade Abschlusswand im Osten auf einer Länge von gut fünf Metern abgetragen werden; an ihre Stelle trat ein zweijochiger Chor mit einem Dreiachtelschluss. In der nördlichen Chorwand konnte eine kleine Nische festgestellt werden, die zur Aufbewahrung von liturgischen Geräten verwendet worden sein könnte. Daneben konnte weiter östlich eine größere Nische befundet werden, die dem gotischen Sakramentshäuschen vorbehalten gewesen sein dürfte. Von dieser gotischen Epoche ist auch noch die Existenz zweier Schlusssteine eines achtstrahligen Sternrippengewölbes bekannt geworden, die auf eine Gewölbekonstruktion schließen lassen. Heute fällt vor allem der spätgotische Chor ins Auge, der nach außen ein einfaches Strebewerk und im Inneren ein freigelegtes Spitzbogenfenster zeigt. Die barocke Ausstattung wurde im Rahmen der angesprochenen letzten Restaurierung stark reduziert. Der Gnadenaltar von 1752 und die Deckenbilder des Ludescher Künstlers Michael Anton Fuetscher mit interessanten alttestamentarischen Darstellungen (1814) dienen neben dem äußeren Erscheinungsbild des tirolisch geprägten Turmes mit zwei Zwiebelhauben und Laterne noch als Belege.

Zahllose Votivbilder, darunter wertvolle Beispiele aus der barocken Zeit, erinnern an die blühende Wallfahrt – sie sind aber heute bis auf ein Beispiel deponiert beziehungsweise dem Vorarlberger Landesmuseum verschenkt worden. So kann die Tschaggunser Kirche trotz ihrer überregionalen Bedeutung heute kunstgeschichtlich nicht mehr als für die Region repräsentativ bezeichnet werden.

 

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Aktualisierung: 01.04.2020

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DG
47.043232, 9.868622
GMS
47°02'35.6"N 9°52'07.0"E
UTM
32T 565984 5210334
w3w 
///einfach.eilig.perlen
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Wallfahrtskirche Unsere liebe Frau Mariä Geburt

Kreuzgasse 6
6774 Tschagguns

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