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Bergtour

Von Riezlern im Kleinwalsertal auf den Gottesacker

· 2 Bewertungen · Bergtour · Kleinwalsertal
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  • Mahdtal
    / Mahdtal
    Foto: mlaessig, Outdooractive Redaktion
  • Gottesackerplateau
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    Foto: Martin Lässig, Outdooractive Redaktion
  • Obere Gottesackerwände
    / Obere Gottesackerwände
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  • Schrattenkalk
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1200 1500 1800 2100 2400 m km 2 4 6 8 10 12 14 16 Hölloch im Mahdtal Mahdtal-Alpe Gottesacker-Alpe (verfallen)

Die trockenen Regionen des Gottesackers bieten eine einmalige Flora, die man meist nur aus einem Steingarten kennt. Die Karsthochfläche gibt es in dieser Art in Deutschland nur noch im Steinernen Meer in den Berchtesgadener Alpen.
Unterwegs passiert man das imposante Hölloch, ein Höhlensystem mit einem ca. 77 m tiefen Eingangsschlund.

Der Blick nach Süden wird begrenzt von der mächtigen Ifenmauer.

schwer
16,1 km
5:30 h
1075 hm
1048 hm
Vom Gottesacker schweift der Blick nach Osten über die Gipfel der Allgäuer Alpen. Im Süden wird die Sicht von der markanten Ifenmauer begrenzt. Nach Westen kann man bei entsprechender Fernsicht die Berge in der Schweiz ausmachen.
Drei steil aufragende Wände gliedern das gesamte Gebiet, Untere Gottesackerwände (1.858 m), Obere Gottesackerwände (2.033 m) und Ifenmauer (2.230 m). Viele sehr reizvolle Alpenblumen, wie wir sie aus dem Steingarten kennen, sind hier oben zu finden, z. B. Enzian und Alpensilbermantel. Daneben sind die lichtdurchfluteten Mischwälder reich an Farnen, besonders im unteren Bereich des Mahdtales. In den tiefer gelegenen Regionen finden sich auch kleinere Moore. Oben gibt es neben dem Schrattenkalk ausgedehnte Latschenbestände und weite Grashänge. Die vom Regen geschaffenen bizarren Felsformationen, die sogenannten Schratten, sind teilweise zu tiefen Löcher ausgewaschen. Im Gottesackergebiet sind auch einige Höhlensysteme zu finden. Bei geschlossener Schneedecke ist hier besondere Vorsicht angebracht.
Während des Aufstiegs passieren wir den 77 m Tiefen Eingangsschlund des Höllochs, einem Höhlensystem, das sich unter dem Gebiet dahinzieht. Die erforschte und vermessene Länge beträgt momentan zwischen 10 und 11 km. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts interessierten sich die Ersten für dieses Höhlensystem.

Auf dem Gottesackerplateau liegt die verfallene Gottesacker-Alpe. Hierbei handelte es sich der Sage nach um eine schöne sonnige Alpe mit üppigen Weiden. Die Sennen wollten keinen an ihrem Reichtum teilhaben lassen. Als ein alter Mann um ein wenig Schmalz bat, gaben sie ihm getarnten Mist. Zur Strafe versankt die Alpe mit allem Vieh und hinterließ das heutige Gottesackerplateau. Genau informiert hierzu eine Tafel bei der Alpe.

Das Jäger- und Hirtenlager aus der Vorzeit, welches wir im Abstieg bei der Schneiderküren-Alpe passieren, weist auf eine menschliche Besiedlung des Gebietes schon um 7000 v. Chr. (Mittelsteinzeit) hin. In der Jungsteinzeit, Broze- und Eisenzeit wurde diese Behausung ebenfalls genutzt.

Autorentipp

Die einmalige Pflanzenwelt, die geologischen Besonderheiten und die teilweise einsamen Wegpassagen prägen diese sehr reizvolle Tour.
outdooractive.com User
Autor
Martin Lässig 
Aktualisierung: 07.08.2013

Schwierigkeit
schwer
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
1961 m
Tiefster Punkt
983 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Sicherheitshinweise

Wildschutzgebiet bei der Höfle-Alpe mit Betretungsverbot vom 1.11. bis 15.5. Im Schrattenkalk sind teils tiefe Löcher ausgewaschen, so dass bei geschlossener Schneedecke hier besondere Vorsicht angebracht ist.

Ausrüstung

Festes Schuhwerk (Bergschuhe)

Start

Riezlern Post (1088 m)
Koordinaten:
Geographisch
47.359111, 10.190074
UTM
32T 589867 5245758

Wegbeschreibung

Von der Post in Riezlern folgen wir der Hauptstraße ein kleines Stück nach Norden, bis wir nach links in die Leo-Müller-Straße abbiegen. Den Wegweisern zum Mahdtalhaus folgend gelangen wir langsam hinab zum Waldrand. Erste Blicke auf den imposanten Gottesacker, sowie den Talschluß, den Widderstein, können wir erhaschen. Hier steigen wir rasch hinab zur Breitach, queren diese und gelangen entlang des Schwarzwassers hinüber zum Mahdtalhaus. Kurz folgen wir dem Sträßchen talauswärts, bevor wir nach westen ansteigen. Über den Forstweg erreichen wir die Höfle-Alpe. Hier besteht ein Wildschutzgebiet mit Betretungsverbot vom 1.11. bis 15.5..
Wir queren das Wildschutzgebiet und folgen anschließend dem Pfad durch Mischwald immer weiter bergauf. Nachdem sich der Wald etwas gelichtet hat, erreichen wir den imposanten Eingangsschlund des Höllochs. Kurz darauf passieren wir die Mahdtal-Alpe. Wir lassen den Wald hinter uns uns folgen den Pfadspuren meist entlang des Baches ins Tal hinein. Am Talschluss steigen wir in wenigen Minuten zum Windecksattel auf. Vor uns liegen nun die imposanten Oberen Gottesackerwände. Über Grashänge und leicht gerölliges Gelände gelangen wir immer steiler hinauf zum Durchstieg.

Oben angekommen genießen wir den einmaligen Blick über das gesamte Gottesackerplateau bis hinüber zum Hohen Ifen und der mächtigen Ifenmauer. Über den für den Gottesacker charakteristischen Schrattenkalk steigen wir, auf Spalten achtend, hinab zur verfallenen Gottesacker-Alpe.
Wir halten uns nach Westen und verlieren einem langgezogenen Tal folgend rasch an Höhe. Erste Bäume tauchen wieder auf und die Latschenbestände werden dichter. Kurz darauf erreichen wir die Schneiderküren-Alm und die dortige Jagdhütte. Hier findet sich ein Jäger- und Hirtenlager aus der Vorzeit. Durch den Kürenwald folgen wir dem Weg sehr abwechslungsreich durch Geländeeinschnitte, über kleine Moore und über Lichtungen hinab ins Wäldele.

Hier queren wir das Sträßchen und gelangen wieder an das Schwarzwasser. Wir meistern den letzten Anstieg und gelangen über saftige Wiesen nach Hirschegg hinunter, wo wir beim Gasthof Adler die Hauptstraße erreichen.

Wir kehren mit dem Bus nach Riezlern zurück.

Wen wir zu Fuß den Ausgangspunkt erreichen möchten, so biegen wir bei der Schwarzwasserbrücke in den Schwarzwasserweg ein und folgen diesem bis wir kurz unterhalb dem Mahdtalhaus auf den Anstiegsweg treffen. Auf diesem zurück zur Post in Riezlern.

Öffentliche Verkehrsmittel

Mit dem Zug bis nach Oberstdorf und weiter mit dem Bus bis Riezlern Post

Anfahrt

B19 bis Oberstdorf und weiter ins Kleinwalsertal bis Riezlern

Parken

in Riezlern mehrere Möglichkeiten
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad


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Bewertungen

5,0
(2)
Xaver Dietrich
13.09.2010 · Community
Ausgezeichnet
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Gemacht am 12.09.2010
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Bewertung
Schwierigkeit
schwer
Strecke
16,1 km
Dauer
5:30 h
Aufstieg
1075 hm
Abstieg
1048 hm

Statistik

: h
 km
 Hm
 Hm
Höchster Punkt
 Hm
Tiefster Punkt
 Hm
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